Als im Jahr 1901 die Baugerüste vom Turm der evangelisch-lutherischen Kirche abgenommen wurden, bot sich aus der Umgebung ein völlig neuer Blick auf Weißig. Der altbekannte schwere Viereckturm mit dem roten Satteldach trug nun einen neubarocken, überschlanken Dachreiter mit doppelter Haube. Es ist dieses achteckige schiefergraue Türmchen, welches den Bau bis heute zur einer herausragenden Landmarke macht. Geht man auf den Ort zu, schenkt es früh eine sichere Orientierung zwischen den sanften Hügeln östlich von Dresden. Die Kirche erscheint hoch. Ihr Turm bildet eine Nadelspitze in Richtung Himmel. Ganz oben blitzt eine goldener Knopf, darüber noch das Kreuz und der Wetterhahn.
Nähert man sich weiter, so sieht man den ganzen Kirchbau auf der Anhöhe über der Hauptstraße. Wirkte er aus der Entfernung schlank, so beeindrucken nun die Mauern. Sie sind dick, die Fassade zeigt Putz statt Haustein und Klinker, und alle Giebel tragen steinerne Ornamente. Die schweren Rundbögen der Kirchenfenster und der Türen weisen auf den Ursprung im Mittelalter: Der Baustil steht für das einfache, ländliche Sachsen.
Und doch: Ist der wuchtige Bau nicht zugleich aufwendig gegliedert? Zum üblichen Langschiff kommen auch ein Querschiff, Altarraum und eine angebaute Sakristei. Im Inneren glänzen Wandmalereien im Jugendstil - der Zeit, als Deutschland noch ein Kaiserreich war.
Kommen Sie mit auf eine Reise durch die Zeiten, die unsere Kirche prägen!
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