Die Orgel: Register Gambe 8‘ gegen Quintatön

Als die Kirche 1901 erneuert wurde, erhielt sie auch eine neue Orgel. In den Akten der Firma Hoforgelbauer Gebrüder Jehmlich, Dresden, ist dazu folgender Vertrag niedergelegt: „Die Herrn Gebrüder Jehmlich übernehmen auf Grund ihrer eingereichten und näher beschriebenen Disposition und dem genauen spezifizierten Kostenanschlag den Bau einer neuen Orgel für die Kirche zu Weißig und erhalten dafür die feste Summe von 6450,00 Mark. Das Orgelwerk muß bis zum 1. September 1901 fix und fertig gestimmt spielbar aufgestellt sein.“

Dieses „Opus 171“ Jehmlichs enthielt 21 Register auf zwei Manualen mit einem Tastenumfang von C bis f‘‘‘, beziehungsweise von C bis d‘. Ihre Klangfarbe ist romantisch. Sie ist vorzüglich geeignet für Orgelwerke, etwa von Felix Mendelssohn oder Max Reger.

1933 wurde die Orgel zum ersten Mal erneuert. Im Ersten Weltkrieg hatte das Instrument 49 Prospektpfeifen aus Zink opfern müssen - Enteignung wegen Rohstoffmangels. Nun gab es endlich Ersatz. Auch einen neuen Winderzeuger gönnte man sich: Das Modell „Venus“ der Firma August Laukhuff aus Weikersheim.

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg, 1946 ,wünschte sich der damalige Kantor klangliche Verbesserungen. Für ihn als Organisten mag es wesentlich gewesen sein, Register „Gambe 8‘ “ gegen „Quintatön“ oder der „Gemshorn 4‘ “-Intonation mehr „Flauto“ zu verleihen. Es erstaunt aus heutiger Sicht, daß solche Veränderungen trotz der damaligen Notzeit tatsächlich ausgeführt wurden.

Erst 1992 wurde die Orgel erneut überholt. Sie war gründlich verschmutzt, der Spieltisch verschlissen, die Tontraktur verbraucht und alles verstimmt. 1997 kann noch ein neuer Winderzeuger dazu. Nur manchmal klemmen noch heute einige Register. Zum Beispiel in den Weihnachtstagen: Die feuchte Atemluft der besonders vielen Besucher dieser Tage schlägt sich anschließend im Instrument nieder.
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Jehmlich Orgelbau
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