Zwei Kirchen im Schönfelder Hochland
Seit 2006 gehören in der Kirchgemeinde Schönfeld-Weißig zwei Kirchengemeinden zusammen, deren Kirchen weit über das Schönfelder Hochland hinaus bekannt sind.
Sowohl ihre architektonische Bedeutung als auch ihre bisherige Geschichte als eigenständige Kirchen machen die Kirchen von Schönfeld und Weißig für jeden Besucher interessant.

Bereits durch eine Urkunde von 1235 sind die Anfänge der evangelisch-lutherischen Weißiger Kreuzkirche belegt. Der Kirchturm aus Feldsteinen mit einer unteren Stärke von 2,10 m zeugt heute noch von dieser Zeit. 1901 erfolgte ein großer Umbau, nachdem die Weißiger Gemeinde, trotz Abspaltung von Bühlau, stark angewachsen war. Nach Abbruch des obersten Giebels wurden Altarplatz und zwei Kreuzschiffe mit der Sakristei angebaut sowie der Turm erhöht, ein neuer Dachstuhl aufgesetzt und das gesamte Innere erneuert. Die Ausstattung und reiche Ausmalung erfolgte im Stil der damaligen Zeit durch den Dresdner Architekten Kandler. So finden sich Romanik und Neubarock außen, Jugendstildekors innen.

In den 1979-er Jahren sollte, da der Turm baufällig und das Dach undicht waren, der Bau den neuen Erfordernissen angepasst und, wie in Schönfeld. der Turm gekürzt werden. Pfarrer Stolle, 1959 bis 1977 im Dienst in Weißig, sperrte sich jedoch dagegen. Es wurde nur die Bauhülle überholt, die neubarocke Turmspitze blieb. Im Innenraum verschwanden jedoch die Reste des einst so farbenfrohen Jugendstildekors, von denen bereits 1930 Teile davon übertüncht wurden sind. Die Inschrift „Ehre sei Gott in der Höhe“ auf dem Rundbogen vor dem Altarplatz wurde nun auch übermalt. In den 1990-er Jahren veränderte sich das Leben der Kirchgemeinde durch rasanten Zuzug erheblich. Kirchen- und Turmdach wurden neu eingedeckt, die Dachkonstruktion erneuert. Erste Untersuchungen der Wände brachten die Jugendstilelemente der Ausmalung von 1901 zutage. Die erwarteten gelegentlichen Jugendstilelemente erwiesen sich nach dem Abwaschen der gesamten Decke als überaus reichhaltige Jugendstilmalerei. In der Mitte der Decke prangt eine Gloriole, die eine Taube als Zeichen des Heiligen Geistes darstellt. Davon gehen Lichtstrahlenbündel über die gesamte Fläche aus. Zwischen diesen Strahlenbündeln werden acht Tierkreiszeichen sichtbar.

Die Geschichte der Schönfelder Kirche geht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Die Gemeindegrenzen reichten von Bühlau bis Graupa. Die Stele im Vorraum stammt wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert und wurde um 1900 dort aufgestellt.
Das Ensemble von Wasserschloss und Kirche spielte in der sächsischen Geschichte eine herausragende Rolle. In der Gruft unter dem Altarraum hat eine Tochter August des Starken ihre letzte Ruhe gefunden.

1539 kam die Reformation nach Schönfeld. Ab 1583 existieren hier lückenlos Kirchenbücher. 1676 erfolgte eine wesentliche Vergrößerung der zu klein gewordenen Kirche und 1895 erneut ein Umbau. 1974 wurde der hohe Kirchturm auf 34 Meter verkürzt und der Innenraum renoviert. 2006 konnte die Restaurierung des 300 Jahre alten Pfarrhauses am schönen Kirchhof abgeschlossen werden. Der herrliche Spätrenaissance-Altar von 1656 ist original erhalten geblieben.

2008 wurde in einem kleinen Festakt die Brücke zwischen Kirche und benachbartem Schloss nach aufwendiger Restaurierung wieder zugänglich gemacht.

1904 wurde die ursprünglich vorhanden Orgel durch eine Jahnorgel ersetzt, die zu ihrem 100-jährigen Jubiläum 2004 grundlegend restauriert wurde. Doch das Bauen an und in der Kirche geht stetig weiter. Die Erneuerung des Kirchendaches und die Renovierung im Inneren stehen an.

Im restaurierten Pfarrhaus der Schönfelder Kirche treffen sich Gemeindekreise und im Winter finden dort auch die Schönfelder Gottesdienste statt.

Nach der Vereinigung der Kirchgemeinden Schönfeld und Weißig am 1.Januar 2006 zur Ev.-Luth. Kirchgemeinde Schönfeld-Weißig erstreckt sich das Gemeindegebiet nun über einen großen Teil des reizvollen Schönfelder Hochlandes im Dresdner Norden. Unsere Gemeinde zählt ca. 3000 Mitglieder, die in den 1999 zu Dresden eingemeindeten Ortsteilen Weißig, Schönfeld, Borsberg, Cunnersdorf, Eichbusch, Helfenberg, Krieschendorf, Malschendorf, Pappritz, Reitzendorf, Rockau, Schullwitz, Zaschendorf, und Teilen von Ullersdorf, das zur Stadt Radeberg gehört, zu Hause sind.
Zugleich ist die Gemeinde mit den Nachbargemeinden Bühlau und Weißer Hirsch in ein Schwesterkirchverhältnis getreten. Der Vollzug der Strukturreform soll die kirchliche Arbeit unserer Region voranbringen. Besonders bei der Kinder- und Jugendarbeit entstehen so größere Gruppen und damit ganz neue Möglichkeiten. Kinder können sich regelmäßig in Gruppen für alle Altersstufen treffen. Die alljährlich begangenen Kindermusiktage sind dafür ein schönes Beispiel. Eine Besonderheit sind die Abende mit guten Kinofilmen in der Kirche. Auch Kirchenmusik hat einen festen Platz im Gemeindeleben. Neben einem großen Chor existieren ein aus ca. 17 Streichern und Holzbläsern bestehender Instrumentalkreis, ein Jugendorchester sowie Flöten- und Bläserkreise, die regelmäßig Gottesdienste bereichern.

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